Ausbildungen der FF St.Pölten-Wagram

12.04.2018Zugsübungen "Stationsbetrieb Schadstoffdienst"
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Mitte April wurde für die beiden Züge unserer Feuerwehr jeweils eine Zugsübung mit dem Thema "Stationsbetrieb Schadstoffdienst" abgehalten.
Gerade komplexe Thematiken, wie sie eben Schadstoffeinsätze darstellen, erfordern intensive Ausbildung - es passiert zum Glück relativ selten etwas mit gefährlichen Gütern, aber wegen dadurch fehlender Einsatzroutine muss das entsprechende Verhalten im Einsatz geschult werden.

Die beiden Übungsabende gliederten sich in
- Erstmaßnahmen bei Stoffaustritten
- Schutzanzüge der Schutzstufen 2 und 3
- Messgeräte
und wurden von Sachbearbeiter Schadstoffdienst, Markus Steininger, sowie Rainer Horvath und Simeon Streimelweger ausgearbeitet.

Erstmaßnahmen bei Stoffaustritten

Bei dieser Station erläuterte Markus Steininger, dass die Kenntnisse über provisorische Auffang- und Abdichtmaßnahmen nicht nur bei Transporten gefährlicher Güter wichtig sind, sondern dass bei jedem "08/15"-Verkehrsunfall Erstmaßnahmen zu setzen sind, um zu verhindern, dass Betriebsmittel (Motoröl, Treibstoffe, Kühlflüssigkeiten, etc.) ins Erdreich oder in die Kanalisation gelangen.
Er fragte die Teilnehmer durch, welche Mittel zum Auffangen oder Abdichten bekannt sind und wo diese in den Fahrzeugen zu finden sind. Weiters wurde anhand einiger Ausrüstungsgegenstände das Erklärte auch gleich praktisch angewandt, um die Kenntnisse zu festigen.

Schutzanzüge der Schutzstufen 2 und 3

Rainer Horvath führte den anwesenden Feuerwehrleuten die in der FF Wagram vorhandenen Schutzbekleidungen der Schutzstufen 2 und 3 vor und zeigte anhand von Fotos auch die beispielsweise bei der FF Purkersdorf vorhandenen speziellen Schutzanzüge der Schutzstufe 4.
Natürlich stand bei dieser Station ebenso nicht nur die theoretische Wissensvermittlung im Mittelpunkt - sondern das praktische Arbeiten.
Gerade bei solchen Spezialausrüstungsgegenständen, wie den gasdichten Schutzanzügen der Schutzstufe 3, ist es wichtig, dass jeder Handgriff sitzt. Allerdings muss nicht nur der Schutzanzugträger, der im Anzug von der Umgebung im wahrsten Sinn des Wortes abgeschnitten ist und nur über den mitgetragenen Atemluftvorrat im Atemschutzgerät verfügt, richtig arbeiten - es erfordert auch geschulte Helfer den Schutzanzugträger auszurüsten. Nach einem Einsatz, bei dem er mit vielleicht gefährlichen Chemikalien in Berührung gekommen ist, muss der Schutzanzug dekontaminiert, das heißt, von gefährlichen Stoffen gereinigt, werden und der Schutzanzugträger muss auch nach einem speziellen Procedere aus dem Schutzanzug geholt werden. Dabei muss beachtet werden, dass es zwischen den Ausziehhelfern zu keiner Verschleppung einer eventuellen Verunreinigung und somit einer Gefährdung kommt.

Eine Foto-Dokumentation des richtigen An- und Ausziehens des Schutzanzugs findet sich beim Bericht einer ähnlichen Übung von Juni 2015 unter folgendem Link: Messgeräte und Schutzanzüge im Feuerwehreinsatz

Messgeräte

Simeon Streimelweger ließ die Teilnehmer an den beiden Zugsübungen die bei unserer Feuerwehr vorhandenen Messgeräte von ihren jeweiligen Lagerorten holen. Aktuell verfügen wir über
  • ein Mehrgasmessgerät Dräger x-am7000 zur Messung von Sauerstoff, Kohlendioxid, Schwefelwasserstoff und der Explosionsgefahr
  • zwei Eingasmessgeräte Dräger PAC5500CO zur Messung von Kohlenmonoxid und
  • ein Prüfröhrchen-Set Dräger Accuro mit Ammoniak-Prüfröhrchen.
Anschließend erklärte Simeon Streimelweger die Handhabung der Messgeräte vom Einschalten, über die eigentliche Messtätigkeit bis hin zu Wartungen und dem Ausschalten der Gerätschaften.
Weiters wies er darauf hin, dass das Messen bei der Feuerwehr eine wichtige, genaue und verantwortungsvolle Aufgabe ist. Es geht darum, Gefahren zu erkennen, diese zu bestätigen, hinsichtlich ihres Gefahrenpotentials richtig einzuschätzen und daraus folgend die richtigen Maßnahmen einzuleiten.

Nach der theoretischen Erklärung wurden das Mehrgasmessgerät x-am7000, die beiden Kohlenmonoxid-Messgeräte und die Gasspührpumpe mit Prüfröhrchen von den Übungsteilnehmern auch praktisch erprobt.

Steininger, Horvath und Streimelweger wiesen in der abschließenden Übungsbesprechung nochmals darauf hin, dass nur das ständige Beüben der Ausrüstung eine sichere und fehlerfreie Handhabung im Einsatzfall gewährleistet - gerade bei nicht so alltäglichen Ausrüstungsgegenständen, wie Schutzanzügen und Messgeräten!

Fakten

Datum 12.04.2018
Dauer jeweils 2 Stunden
Mannschaft der FF St.Pölten-Wagram Gesamt: 25 Mann
Übungsleiter M. Steininger, R. Horvath, S. Streimelweger
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